Ich habe meinen OpenAI-Account gekündigt. Und hier ist, warum.

Disclaimer. Warum dieser Text nicht „nur Drama" ist.
Ich habe meinen OpenAI-Account nicht aus Frust über ein Feature, einen Prompt oder eine Rechnung gekündigt. Es geht mir nicht darum, mich über irgendein Abo aufzuregen, sondern um eine Entwicklung, die viel tiefer greift: Wer dieses Unternehmen heute faktisch steuert, welche politischen Allianzen die Führung eingeht, wie sich die Mission Schritt für Schritt verschoben hat - und wohin die Reise wirtschaftlich ganz offensichtlich gehen soll.
Mir ist wichtig, das klar zu trennen: Ich kritisiere nicht die technische Leistung der Produkte an sich, sondern die Richtung des Systems, das ich mit jedem Monatsbeitrag mitfinanziere. Dieser Text ist kein impulsiver Rant und auch kein Versuch, jemanden zum „Boykott" zu überreden. Er ist eine sortierte Sammlung von konkreten Punkten, an denen ich gemerkt habe: Meine Werte und die strategische Ausrichtung von OpenAI driften so weit auseinander, dass es nicht mehr ehrlich wäre, weiter still mitzuzahlen.
Kurz gesagt: Das ist kein „Cancel Post" für Klicks, sondern die dokumentierte Begründung für eine persönliche Konsequenz - warum ich mich bewusst entschieden habe, dieses Unternehmen nicht länger finanziell zu unterstützen.
Der Moment, in dem ich ausgestiegen bin
Lange war OpenAI für mich „das" KI-Unternehmen: früh dabei, technisch beeindruckend, mit einer Geschichte, die zumindest anfangs nach Idealismus klang - Forschung für das Gemeinwohl, Sicherheit, kein blinder Rendite-Fetisch. Ich habe das Narrativ geglaubt, dass hier ein Gegenmodell zu den klassischen Big-Tech-Konzernen entsteht: ein Labor, das zwar Geld braucht, aber nicht zuerst dem Aktienkurs, sondern einer größeren Verantwortung verpflichtet ist.
Ich war zahlender Kunde, habe GPT-Abos durchlaufen, Workflows aufgebaut, Content produziert, Strategien entwickelt - OpenAI war tief in meinen Alltag integriert. Viele meiner Prozesse liefen „by default" über diese Infrastruktur: vom Brainstorming über Texte und Konzepte bis hin zu Recherche, ersten Entwürfen und kleinen Automatisierungen. Es wäre gelogen zu sagen, dass mir das leichtgefallen ist; im Gegenteil: Genau weil die Tools so gut in meine Routinen eingebaut waren, habe ich die Entwicklung im Hintergrund anfangs eher weggeschoben als aktiv hinterfragt.
Irgendwann wurde es aber unmöglich, diese Nutzung von dem zu trennen, was im Hintergrund passiert: politische Großspenden aus der Chefetage, Mission-Statements, die plötzlich anders klingen, und sehr konkrete Vorbereitungen auf einen Börsengang im Billionen-Dollar-Bereich. Je mehr Puzzleteile zusammenkamen, desto weniger konnte ich mir einreden, das seien nur „Einzelfälle" oder PR-Missverständnisse. Es fühlte sich zunehmend absurd an, tagsüber mit diesen Tools zu arbeiten und abends Artikel über genau die Entwicklungen zu lesen, die mir eigentlich gegen den Strich gehen.
Der Punkt, an dem ich gekündigt habe, war deshalb kein einzelner Skandal, sondern ein Kipppunkt: das Gefühl, dass sich ein Muster verfestigt hat. Die politische Ausrichtung an der Spitze, die weichgewaschene Mission und die aggressive Kommerzialisierung ergaben zusammen ein Bild, das für mich nicht mehr zu dem passte, wofür ich mein Geld ausgeben möchte. In dem Moment war die logische Konsequenz, nicht weiter Teil dieses Modells zu sein - selbst wenn das bedeutet, liebgewonnene Gewohnheiten aufzubrechen und mir andere Werkzeuge zu suchen.
3. 25 Millionen Dollar für Trump - aus der Chefetage
Fangen wir mit dem offensichtlichsten und greifbarsten Punkt an: Geld.
Im Herbst 2025 hat Greg Brockman, Mitgründer und Präsident von OpenAI, persönlich 25 Millionen US-Dollar an das Pro-Trump-Super-PAC „MAGA Inc." gespendet. Laut FEC-Unterlagen und übereinstimmenden Medienberichten war das die größte Einzelspende dieses PACs im betreffenden Zeitraum und machte fast ein Viertel der gesamten 102-Millionen-Dollar-Haul aus.
Worum geht es hier genau?
- Es ist keine Unternehmensspende von „OpenAI Inc.", sondern eine „private" Spende des Präsidenten und Mitgründers.
- Faktisch ist Brockman damit einer der größten Tech-Geldgeber im Trump-Umfeld.
- Die Spende fließt in ein Super-PAC, das Trump politisch stützt und u.a. konservative Kandidaten bei Zwischenwahlen und speziellen Kongresswahlen unterstützt.
Es wäre juristisch falsch zu sagen: „OpenAI spendet 25 Mio. an Trump." Korrekt ist: „Der Präsident und Mitgründer von OpenAI gibt 25 Mio. Dollar an Trumps Super-PAC."
Warum ist das für mich ein Kündigungsgrund?
Weil es hier nicht um irgendeinen Mitarbeiter geht, sondern um die Person ganz oben, die das Unternehmen mitprägt - strategisch, kulturell, kommunikativ. Wenn der Präsident eines der mächtigsten KI-Unternehmen der Welt Trump mit 25 Millionen Dollar unterstützt, ist das ein politisches Statement mit Ansage.
Noch ein Detail, das das Ganze bitter macht: Brockmans Spende fällt in eine Phase, in der Trump-nahe Kreise aktiv versuchen, strengere Regulierungen für KI auf Bundes' und Bundesstaatenebene auszubremsen oder zu verwässern - etwas, das ganz direkt im wirtschaftlichen Interesse von Firmen wie OpenAI liegt. Da geht es nicht um abstrakte Ideologie, da geht es um konkreten politischen ROI.
Für mich persönlich heißt das: Jeder Euro, den ich an OpenAI zahle, landet zwar nicht direkt im Trump-Wahlkampf - aber ich finanziere die Machtbasis und das Ökosystem, in dem solche Entscheidungen entstehen. Das fühlt sich nicht mehr neutral an.
4. Wenn eine Mission leiser wird: Was OpenAI aus seiner Selbstbeschreibung gestrichen hat
Der zweite große Block ist weniger plakativ, aber mindestens so wichtig: die Mission.
In früheren Jahren wurde OpenAIs Aufgabe in offiziellen Dokumenten so beschrieben, dass man künstliche Allgemeine Intelligenz entwickeln wolle, die „die Menschheit sicher nutzt" und dass man dabei „nicht durch die Notwendigkeit, finanzielle Rendite zu generieren, eingeschränkt" sein wolle. Diese Formulierungen sind dokumentiert - unter anderem in älteren IRS-Formularen (Form 990) für die Non-Profit-Struktur.
In der aktuellen Fassung sieht das anders aus:
- Das Wort „safely" - also „sicher" - wurde aus der Mission gestrichen.
- Die explizite Zusage, nicht vom Bedarf, finanzielle Rendite zu erzielen, bestimmt zu werden („unconstrained by a need to generate financial return"), ist ebenfalls entfernt.
- Die Mission ist auf eine allgemeinere Formulierung reduziert: sinngemäß „ensure that artificial general intelligence benefits all of humanity" - ohne den Zusatz, wie genau und unter welchen Prioritäten (Sicherheit vs. Rendite).
Das ist kein Meme, sondern ein dokumentierter, analysierter Vorgang:
- Autor:innen und Analyst:innen haben explizit darauf hingewiesen, dass OpenAI in seiner 2024'Mission das Wort „safely" gelöscht und den Verzicht auf Gewinnorientierung aus dem Mission Statement genommen hat.
- Parallel dazu wurde unter anderem berichtet, dass interne „Mission Alignment"-Teams aufgelöst wurden, während die Unternehmensstruktur in Richtung klassischer, renditeorientierter Holdings angepasst wurde.
Warum ist das relevant?
Weil Mission Statements nicht zufällig sind. Wenn man „sicher" und „nicht gewinngetrieben" aus der offiziellen Selbstbeschreibung eines KI-Konzerns streicht, dann ist das ein Statement - selbst dann, wenn man nach außen weiter von „Verantwortung" spricht.
Für mich bedeutet das: Das, was OpenAI früher von Big-Tech-Konzernen unterschied - der Anspruch, nicht primär dem Shareholder Value, sondern einer übergeordneten Mission verpflichtet zu sein - ist formal aufgeweicht worden. Und genau diese Stelle, dieses „Wir sind nicht vom Profit getrieben", war für mich der Kern, warum ich dem Unternehmen anfangs Vertrauen geschenkt habe.
5. Vom Labor zum Börsenkandidaten: Wie OpenAI sich Richtung Wall Street bewegt
Der dritte große Grund ist der Weg in Richtung Börse - nicht, weil ein IPO per se böse ist, sondern weil er hier perfekt zur restlichen Entwicklung passt.
Mehrere Berichte beschreiben, dass OpenAI konkret an einem Börsengang arbeitet, der frühestens 2026, wahrscheinlicher 2026/2027 stattfinden soll - mit einer anvisierten Bewertung von bis zu 1 Billion US-Dollar. Reuters und andere Medien berichten, dass OpenAI bereits mit US-Börsenaufsicht und Banken in Gesprächen steht und darüber nachdenkt, im Rahmen des IPO mindestens 60 Milliarden US-Dollar aufzunehmen, möglicherweise deutlich mehr.
Parallel dazu wurde die Unternehmensstruktur neu sortiert:
- OpenAI hat eine Public-Benefit-Corporation (OpenAI Group PBC) etabliert, die als for-profit-Arm fungiert.
- Eine neue OpenAI Foundation (Non-Profit) hält etwa 26% der Anteile und hat bestimmte Kontrollrechte, während Microsoft rund 27% besitzt.
- Diese Struktur wird explizit als Weg beschrieben, einerseits ein „Mission-Oversight" zu behalten, andererseits aber einen klaren Pfad an die öffentlichen Kapitalmärkte zu eröffnen.
Gleichzeitig kursieren Schätzungen und Analysen, nach denen OpenAI auf Umsätze im Bereich von 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2030 zielt - also ein Niveau, das nur ganz wenige Tech-Giganten erreichen.
Was heißt das praktisch?
- Ein Unternehmen, das früher betonte, nicht vom Zwang zur Rendite getrieben zu sein, bereitet sich jetzt auf einen der größten Börsengänge der Tech-Geschichte vor.
- Großinvestoren wie SoftBank, MGX, Thrive Capital und andere haben bereits massiv Kapital eingebracht und stehen bei einem IPO auf gigantische mögliche Gewinne.
- Microsofts Anteil von rund 27% ist nach der Umstrukturierung immer noch zentral - bei einer möglichen Trillion-Dollar-Bewertung sprechen wir von einem theoretischen Wert im dreistelligen Milliardenbereich allein für diesen Stake.
Für mich ist das nicht nur ein Finanzdetail, sondern ein Kultur-Signal: Je näher ein Unternehmen an einen IPO rückt, desto stärker muss es irgendwann den Erwartungen des Kapitalmarkts entsprechen - Wachstumsstory, Profit, Skalierung, Margen. Die Mission, „der Menschheit zu nützen", wird ab diesem Zeitpunkt zwangsläufig neben dem Aktienkurs stehen. Oft gewinnt der Kurs.
6. Die stille Verschiebung: von „Open" zu „Closed"
Auch ohne jede Schlagzeile merkt man die Entwicklung, wenn man das Produkt und das Unternehmen eine Weile begleitet.
- OpenAI startete ursprünglich mit starkem Open-Source-Narrativ, Zusammenarbeit mit der Forschung, Veröffentlichungen und einem Labor-Mindset.
- Mit dem Erfolg von ChatGPT und den riesigen Investitionen ist das Modell mehr und mehr in Richtung „Closed Source", proprietäre APIs, exklusive Partnerschaften mit Großkonzernen (allen voran Microsoft) gekippt.
- Gleichzeitig sind Alternativen gewachsen - offene Modelle, Community-Projekte, Foundation-Modelle, die unter permissiven Lizenzen veröffentlich werden.
In Kombination mit der neuen Mission, der Trump-Nähe an der Spitze und den IPO-Plänen entsteht für mich ein Bild: OpenAI ist nicht mehr das forschungsgetriebene „öffentliche Gut", als das es mal angetreten ist, sondern ein klassischer Tech-Konzern mit maximalem wirtschaftlichem Hebel - nur eben mit deutlich mehr Macht als eine normale App-Firma.
7. Vertrauen ist nicht beliebig teilbar
Man könnte jetzt sagen: „Aber das Produkt ist doch gut, was interessiert dich die Politik eines Präsidenten oder die Formulierung in einer IRS-Mission?"
Mein Problem ist: Bei generativer KI geht es nicht nur um ein Tool, sondern um Infrastruktur für Informationen, Kommunikation, Kreativität - kurz: um etwas, das immer tiefer in unseren Alltag und unsere Entscheidungen hineinragt.
Wenn ich so einer Infrastruktur:
- zutraue, dass sie meine Daten sieht, meine Texte verarbeitet, meine Überlegungen kennt,
- gleichzeitig sehe, dass an der Spitze eine Person steht, die Trump mit 25 Millionen US-Dollar unterstützt,
- und das Unternehmen seine Mission so umschreibt, dass Sicherheit und Unabhängigkeit von Profit nicht mehr ausdrücklich im Zentrum stehen,
- während es sich auf einen gigantischen Börsengang vorbereitet,
dann ist es für mich kein „neutraler Cloud-Service" mehr, sondern ein politisch-ökonomischer Akteur mit einer klaren Richtung.
Ich habe kein Problem damit, dass Firmen profitabel sein wollen. Ich habe ein Problem damit, wenn eine Firma, die den Informationsfluss in der Gesellschaft mitgestaltet, sich gleichzeitig in Richtung maximalen Kapitalmarkt-Druck und Trump-Nähe bewegt - und dabei im Kleingedruckten leiser wird, wenn es um „safely" und „nicht renditegetrieben" geht.
8. Warum Kündigen für mich der konsequente Schritt ist
Kündigen ändert nicht die Welt und stoppt keinen IPO. Aber es ändert eine Sache: Wohin mein Geld fließt - und was ich damit indirekt legitimieren helfe.
Mit meiner Kündigung sage ich im Grunde vier Dinge:
- Ich akzeptiere nicht mehr, dass jemand in der Top-Führung eines KI-Giganten Trump mit 25 Millionen Dollar unterstützt - und ich gleichzeitig so tue, als hätte das nichts mit dem Unternehmen zu tun, für das ich zahle.
- Ich nehme zur Kenntnis, dass OpenAI seine Mission so umformuliert hat, dass Sicherheit und Unabhängigkeit von Profiterwartungen nicht mehr explizit verankert sind - und ich finde das für ein KI-Unternehmen dieser Größe inakzeptabel.
- Ich sehe, dass OpenAI sich auf einen IPO mit Billionen-Bewertung vorbereitet und damit voll in die Logik der Kapitalmärkte eintritt - was die Prioritäten zwangsläufig verschiebt.
- Ich weiß, dass es Alternativen gibt - technisch und organisatorisch - und dass mein Abo kein Naturgesetz ist.
Das ist kein Aufruf, dass jetzt alle OpenAI kündigen müssen. Es ist die Erklärung eines persönlichen Konsistenz-Entscheids: Ich will nicht einerseits über Politik, Macht und Ethik reden - und andererseits jeden Monat still Geld in ein System pumpen, dessen Richtung ich problematisch finde.
9. Was ich stattdessen mache
Kündigen ist nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte ist: Wohin gehe ich? Und wie setze ich meine Prinzipien in der Praxis um?
Ich orientiere mich jetzt an drei klaren Leitlinien - und ja, das bedeutet auch, neue Tools zu testen, Gewohnheiten zu ändern und manchmal Kompromisse einzugehen:
Transparenz: Ich bevorzuge Anbieter, die offenlegen, wie ihre Modelle trainiert werden, welche Daten verwendet werden und wie sie mit Sicherheit umgehen - und deren Mission nicht im Stillen wichtige Begriffe wie „safely" streicht. Keine Black-Box, bei der ich nur raten kann, was im Hintergrund läuft.
Struktur: Mir ist wichtiger geworden, wie eine Firma strukturiert ist - wer die Anteile hält, ob es eine echte Non-Profit-Komponente gibt oder ob es ein klassisches „Growth-Story für den IPO" mit Microsoft-ähnlichen Abhängigkeiten ist. Ich suche nach Modellen, die nicht primär dem nächsten Funding-Round verpflichtet sind.
Alternativen fördern: Wo es möglich ist, möchte ich offene Modelle, kleinere Anbieter und Community-Projekte unterstützen, die echten Wettbewerb schaffen - statt alles in ein einzelnes, hochkonzentriertes Machtzentrum zu schieben. Das schließt explizit lokale Modelle ein: Tools wie Ollama, LM Studio oder self-hosted Instanzen von Llama/Mistral, die ich auf meinem Rechner laufen lasse. Keine Cloud, keine API-Keys, keine monatlichen Rechnungen - einfach Modelle, die offline arbeiten und mir volle Kontrolle geben.
Ein zentrales Thema dabei ist Vendor Lock-in vermeiden: Nach Jahren, in denen OpenAI meine Workflows diktiert hat, baue ich jetzt auf standardisierte Interfaces (z. B. OpenAI-kompatible APIs bei Alternativen wie Grok, Anthropic oder lokalen Hosts) und Open-Source-Stacks. So kann ich schnell wechseln, ohne alles umzuschreiben. Beispiele aus meiner Rotation:
- Anthropic (Claude) für komplexe Texte und Reasoning, mit klarerer Sicherheitsausrichtung.
- Mistral, Kimi für kreative und humorvolle Tasks, weniger „politisch aufgeladen".
- Lokale Modelle (z. B. Llama 3.1 via Ollama) für sensible oder wiederkehrende Aufgaben - 100% datenschutzkonform, null Vendor-Abhängigkeit.
- Ergänzungen wie Perplexity für Recherche, Hugging Face für spezialisierte Modelle.
Das ist nicht immer so komfortabel wie der große, bequeme Player mit seiner nahtlosen Integration. Und, ja, auch bei anderen Anbietern (Grok, Anthropic/Claude) sollte man zwei, drei Mal hinschauen - gerade bei Claude, das offenbar (entgegen der Zustimmung von Anthropic, siehe Quellenverweise 16 und 17) im US-Militäreinsatz zur Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela eingesetzt wurde. Manchmal muss ich Prompts anpassen, Latenz hinnehmen oder mehrere Tools kombinieren. Aber es fühlt sich ehrlicher an - und langfristig robuster. Weniger Abhängigkeit bedeutet mehr Freiheit, und das ist in einer KI-Welt, die sich rasend schnell verändert, Gold wert.
10. Fazit: Ein Abo weniger, ein bisschen Kontrolle mehr
Am Ende ist meine Kündigung kein heroischer Akt, sondern ein sehr banaler: Ich habe einen Account geschlossen und eine Zahlung gestoppt. Es war kein dramatisches Event, kein Statement in den sozialen Medien mit Screenshot vom Kündigungs-Mail, kein Aufruf zur Meute. Einfach: Abo deaktivieren, Browser-Tab schließen, weiterarbeiten.
Aber genau in einem Umfeld, in dem ein OpenAI-Präsident mit 25 Millionen Dollar Trump unterstützt, in dem Mission Statements präzise Formulierungen wie „safely" und „unconstrained by a need to generate financial return" verlieren und in dem die Weichen für einen Billionen-IPO gestellt sind, ist das meine Art, die Konsequenz aus diesen Fakten zu ziehen. Diese Punkte - politische Großspenden aus der Führungsspitze, eine schleichend angepasste Selbstbeschreibung, der Marsch Richtung Wall Street - sind nicht isoliert. Sie zeichnen zusammen ein klares Bild von Prioritätenverschiebung, das mich irgendwann nicht mehr kaltlassen konnte.
Ich möchte nicht, dass mein Geld - so klein der Betrag im globalen Maßstab auch ist - Teil dieses Systems ist. Es geht nicht darum, OpenAI „zu Fall zu bringen" oder mich als Märtyrer zu inszenieren. Es geht um persönliche Kohärenz: Wenn ich einerseits über Ethik, Verantwortung und Machtfragen in Tech rede und andererseits jeden Monat 20 Euro in genau die Richtung fließen lasse, die mir gegen den Strich geht, dann verliere ich an Glaubwürdigkeit - zuerst bei mir selbst.
Deshalb habe ich meinen OpenAI-Account gekündigt. Und genau deshalb stehe ich dazu. Es fühlt sich nicht nach Verlust an, sondern nach einem kleinen, aber echten Akt der Selbstbestimmung: Weniger Abhängigkeit von einem Monopolisten, mehr Auswahl bei Tools, bewussteres Hinterfragen dessen, was ich nutze und unterstütze. In einer Zeit, in der KI immer mehr Alltag wird, ist das vielleicht der wichtigste Gewinn - ein bisschen mehr Kontrolle über das, was mich steuert.
Quellenverweise:
- Greg Brockmans 25'Mio.-Spende an Trumps Super-PAC, Einordnung und Zitate https://www.wired.com/story/openai-president-greg-brockman-political-donations-trump-humanity/[wired]' Deutsche Zusammenfassung / Zitate („Team Humanity") https://t3n.de/news/openai-chef-millionenspende-trump-unpolitisch-1729498/[t3n]'
- Details zu 25 Mio. an MAGA Inc., Anteil an der Kriegskasse, FEC-Kontext https://www.sfgate.com/tech/article/brockman-openai-top-trump-donor-21273419.php[sfgate]' Kurzfassung in Finanzpresse https://finance.yahoo.com/news/openai-exec-becomes-top-trump-230342268.html[finance.yahoo]' Weitere Zusammenfassung https://news.aibase.com/news/24965[news.aibase]'
- **Hintergrund zu Trumps Super-PAC und Rekord-Fundraising **https://www.brennancenter.org/our-work/analysis-opinion/pro-trump-super-pac-raises-record-breaking-305-million[brennancenter]'
- **Kurze News zu „OpenAI President drops $25M on Trump Super PAC" **https://www.techbuzz.ai/articles/openai-president-drops-25m-on-trump-super-pac[techbuzz]'
- **Zusammenfassung der Spende in Social-Posts (als ergänzende Quelle) **WIRED-Post: https://www.linkedin.com/posts/wired_openais-president-gave-millions-to-trump-activity-7427805539449090048-blNk[linkedin]' Instagram-Post: https://www.instagram.com/p/DUvpG6lDBSY/[instagram]'
- Analyse: „OpenAI has deleted the word 'safely' from its mission" (Struktur vs. Shareholder) https://theconversation.com/openai-has-deleted-the-word-safely-from-its-mission-and-its-new-structure-is-a-test-for-whether-ai-serves-society-or-shareholders-224785[theconversation]' Syndizierte Version (The Week): https://www.theweek.in/wire-updates/international/2026/02/15/openai-has-deleted-the-word-safely-from-its-mission.html[theweek]'
- **Bericht: „OpenAI has deleted the word 'safely' from its mission - Yahoo Finance" **https://finance.yahoo.com/news/openai-deleted-word-safely-mission-132143762.html[finance.yahoo]'
- **Weitere Analyse der Missions-Änderung (Blog) **https://ai-minor.com/blog/en/2026-02-14-1771042834237-openai_has_deleted_the_word__safely__from_its_miss/[ai-minor]'
- **Diskussion der Missionsänderung (Community-Kontext) **https://www.reddit.com/r/ArtificialInteligence/comments/1r4kkyc/openai_dropped_word_safely_from_its_mission_meta/[reddit]'
- **OpenAIs eigener Struktur'/Governance-Beitrag („Why our structure must evolve") **https://openai.com/index/why-our-structure-must-evolve-to-advance-our-mission/[openai]'
- **Hintergrund zu OpenAI, Geschichte & Struktur **https://en.wikipedia.org/wiki/OpenAI[en.wikipedia]'
- **Reuters-Exklusivbericht: „OpenAI lays groundwork for juggernaut IPO at up to $1 trillion" **https://www.reuters.com/business/openai-lays-groundwork-juggernaut-ipo-up-1-trillion-valuation-2025-10-29/[reuters]' ***Spiegelung bei Yahoo Finance: ***https://finance.yahoo.com/news/exclusive-openai-lays-groundwork-juggernaut-232125990.html[finance.yahoo]'
- **SiliconANGLE: „OpenAI reportedly planning 2026 - 2027 IPO at valuation of up to $1T" **https://siliconangle.com/2025/10/29/openai-reportedly-planning-2026-2027-ipo-valuation-1t/[siliconangle]'
- **Weitere Finanz'/Börsenberichte zum geplanten IPO **https://finance.yahoo.com/news/openai-eyes-massive-1t-ipo-175600009.html[finance.yahoo]' https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-10-29/openai-could-target-1-trillion-value-in-ipo-reuters-says[bloomberg]' ***(Spiegel in Finanzportalen, z.B. Investing.com) ***https://www.investing.com/news/stock-market-news/openai-seen-preparing-for-2027-ipo-at-1-trln-valuation-reuters-4317757[investing]'
- **Zusammenfassende deutschsprachige Berichte zu Brockmans Spende **https://t3n.de/news/openai-chef-millionenspende-trump-unpolitisch-1729498/[t3n]'
- Small Wars Journal / Wall Street Journal (16. Feb 2026): „Pentagon Used Anthropic's Claude in Maduro Venezuela Raid" https://smallwarsjournal.com/2026/02/17/ai-enabled-decapitation-strike-maduro-raid/
- 'NDTV / Wall Street Journal (13. Feb 2026): „US Military Used Claude AI In Venezuela Operation To Capture Nicolas Maduro" https://www.ndtv.com/world-news/us-military-used-claude-ai-in-venezuela-operation-to-capture-nicolas-maduro-report-11003847

Mario Lohe
General Manager mit über 15+ Jahren Erfahrung in Business Operations, Agile Transformation und AI-Enablement. Ehemals Director of Operations bei Havas Creative Group, Head of Operations bei Audiencly. Zertifiziert: CSPO, CSM, ISO 31000, Systemic Coach (DCA).
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